Bildungsarbeit

Der Erziehungsauftrag wird bei uns auf höchstem fachlichem Niveau wahrgenommen. Wir fördern jedes einzelne Kind im Rahmen seiner individuellen Möglichkeiten und stehen den Eltern in Erziehungsfragen beratend zur Seite. Wir fühlen uns in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess verpflichtet, beziehen neue Erfahrungen ein und sind zu regelmäßigen Fortbildungen bereit.

Ganzheitliche Erziehung und Bildung

Erziehung und Bildung in unserem katholischen Kindergarten findet in Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Eltern, Fachkräften und dem Träger statt. Sie orientiert sich gemäß dem „Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz“ (BayKiBiG) am „Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan“. Im Mittelpunkt steht das Kind als eine von Anfang an kompetente, seine eigene Erziehung und Bildung mitgestaltende Persönlichkeit.

Entwicklungsangemessenheit der Bildungsangebote zählt ebenso zu unserem Prinzip wie bedingungslose Akzeptanz und Wertschätzung jedes einzelnen Kindes. Unsere Rolle als Erwachsene und Erziehende ist gekennzeichnet durch Impuls gebende und unterstützende Begleitung, durch einfühlsame Zuwendung und reflektierende Beobachtung. Alle Beteiligten sind Lernende und Lehrende, gemeinsam werden klare Regeln und Grenzen ausgehandelt und ihre Einhaltung vereinbart.

Unser Bild vom Kind

 

Wir sehen das Kind von Geburt an als eigenständige und selbstbestimmte Person. Ziel in unserer Einrichtung ist es, den Kindern ein Recht auf Mitbestimmung und Mitgestaltung die seine Bildung betreffenden Entscheidungen einzuräumen. Die Persönlichkeit eines Kindes ist geprägt von seiner Herkunft, Erziehung und Umwelt. Wir sehen jedes Kind mit all seinen Talenten und Fähigkeiten, wir geben ihm Zeit und Raum, seinen Erkundungs- und Forscherdrang auszuleben. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder dabei zu unterstützen und zu begleiten.

 

Pädagogischer Arbeitsansatz

Wir wissen, dass Kinder sich besonders für aktuelle Themen interessieren, die sie in ihrer Umwelt erleben. Deshalb arbeiten wir mit dem situationsorientierten Ansatz, welcher bedeutet, dass wir unsere Bildungsarbeit auf die Situation der Kinder abstimmen.

 

 

Dadurch besteht für uns die Möglichkeit, die Interessen der Kinder in Angebote und Projekte mit einzubinden, es geschieht eine projektbezogene Bildungsarbeit.

Leitziele

Unsere pädagogischen Leitziele basieren auf den Basiskompetenzen des „Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung“. Im Nachfolgenden sind diese Kompetenzen aufgeführt und mit ein paar Aspekten näher erklärt.

 

  • Personale Kompetenz  (Hier darf ich so sein, wie ich bin …)

    • Ich bin stolz auf meine eigenen Leistungen, meine Fähigkeiten, meine Kultur und meine Herkunft (Selbstwertgefühl).

    • Ich bin wertvoll, ich fühle mich wohl, ich bin stolz auf mich im Kindergarten und zu Hause

    • Gelegenheit, selbst zu entscheiden was ich tue und wie, Wahlmöglichkeiten, ich bin verantwortlich für mein Handeln, ich kann mein Handeln an meinen Werten ausrichten (Autonomieerleben)

    • Kognitive Kompetenzen

    • Grob- und feinmotorische Kompetenzen (Bewegungsdrang ausleben können, lernen, seinen Körper zu beherrschen, Geschicklichkeit entwickeln, …)

    • Körperliche Anspannung und Entspannung

       

       

  • Kompetenz zum Handeln im sozialen Kontext (Ich, du und wir)

    • offen und wertschätzend verhalten, auf andere zugehen, Beziehungen knüpfen, Andersartigkeit akzeptieren, Miteinander leben und auch loslassen können (Beziehungsgestaltung)

    • gegenseitiges Helfen

    • zusammenarbeiten, gemeinsam etwas planen, absprechen (Kooperationsfähigkeit)

    • bei Konflikten Kompromisse finden, bei Konflikte anderer vermitteln, Erlernen von  Konfliktlösetechniken (Konfliktmanagement)

    • Bedeutung verschiedener Werte (christlich, …) für das eigene Verhalten 

    • Unvoreingenommenheit (mit der eigenen Kultur und fremden Kulturen auseinandersetzen, Kenntnisse über die Symbole in den verschiedenen Kulturen aneignen)

    • jeder einzelne ist einzigartig und ein Individuum, jeder hat ein Recht darauf, so anerkannt zu werden, wie er ist

    • Mitsprache und Mitgestaltung zum Beispiel durch Kinderkonferenzen, Akzeptieren und Einhalten von Gesprächs- und Abstimmungsregeln, eigene Meinung / eigenen Standpunkt einbringen und überdenken, andere Meinungen anerkennen, Kompromisse aushandeln (Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe)

       

  • Lernmethodische Kompetenz(Lernen, wie man lernt)

    • Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen (zum Beispiel durch Projekte, Workshops oder Arbeitsgemeinschaften)

    • neugierig und motiviert an neue Herausforderungen herangehen

    • kompetenter und kritischer Umgang mit Medien

    • experimentieren, erforschen, entdecken, beobachten, …

    • erworbenes Wissen anwenden und übertragen

    • verschiedene Lernwege kennenlernen und ausprobieren

    • üben, wie man an eine vorgegebene Lernaufgabe herangeht

       

  • Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen(Ich fühl mich stark …)

    • Widerstandsfähigkeit (Resilienz)

    • sich wohl fühlen in einer sich verändernden Zukunft, zufrieden, selbstbewusst und motiviert sein, lösungsorientiert vorgehen

    • Wahrnehmen von Situationen, die einen belasten oder überfordern

    • Erkennen der eigenen Gefühle und Reaktionen im Umgang mit solchen Situationen

Integration / Inklusion

In unserer Einrichtung werden auch Kinder aufgenommen, die einen erhöhten Betreuungsfaktor von 4,5 haben.

Alle zusätzlich anfallenden Kosten hierfür trägt der Bezirk Niederbayern.

Wir verwenden den Begriff "Inklusion" statt "Integration", da "Integration" bedeutet, jemand ist zuvor ausgegrenzt worden und muss bzw. soll wieder "dazugehören", er wird aufgefordert, sich an unsere Lebenssituation anzupassen. "Inklusion" jedoch

heißt, "ich habe die gleichen Rechte, am gesellschaftlichen Leben bzw. an allen Bildungsmöglichkeiten teilzunehmen", im Konkreten werden die Umweltbedingungen an den Menschen angepasst. Durch das Gleichstellungsgesetz ist dies definiert.

Die Räumlichkeiten in unserer Einrichtung sind für Menschen mit Beeinträchtigung barrierefrei gestaltet (Aufzug, Waschräume….)

Unsere pädagogische Arbeit beruht auf der Grundlage, dass alle Kinder die gleichen Rechte, Chancen und Vorrausetzungen für ein gutes Miteinander brauchen. Wir wollen durch die Zusammenarbeit mit allen Therapeuten, Fachkräften und den Eltern in ständiger Reflexion den Kindern einen optimalen Erfahrungs- und Entfaltungsraum für ihre persönliche Entwicklung und Förderung geben.

Zusätzlich werden wir sowie die Eltern hier vom Fachdienst (Heilpädagogin) unterstützt.

(siehe auch: " unser Bild vom Kind")

Vorkurs Deutsch 240 in Bayern (Sprach- und Literacy-Kompetenz):

Das Staatministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration hat ein Förderprogramm entwickelt, das Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung frühzeitig unterstützt und fördert.

Für jedes Kind wird von uns eine Sprachstandserhebung durchgeführt.

Der Einsatz der Beobachtungsbögen sismik und seldak ist nach §5 Abs. 2 und 3 AVBayKiBiG verbindlich vorgegeben.

 Mit Hilfe dieser Beobachtungsbögen (seldak - bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern und sismik - bei Migrantenkindern, bzw- seldak-Kurzversion, perik) können wir feststellen, ob ein Kind den Vorkurs Deutsch 240 besuchen sollte. Dieses Förderprogramm wird in Kooperation mit zusätzlichen Fachkraftstunden im Kindergarten bzw. in Schulen durchgeführt.

Die Vorauswahl findet für alle Kinder ca. 2 Jahre vor dem Schuleintritt statt.

Bei einem Elterngespräch werden Sie über das Ergebnis der seldak-Kurzversion informiert und gegebenenfalls über die Fördermaßnahme informiert.

Bildungsarbeit im U3-Bereich

Spielzeit:

Spielen bedeutet für das Kind, seine Umwelt kennen zu lernen. Das Kind will entdecken, wie Dinge funktionieren, Ursache und Wirkung erforschen. Die soziale Komponente ist hier noch zweitrangig.

In folgenden pädagogischen Bereichen werden die Kinder je nach Alter und Entwicklungsstand gefördert: 

Kreativer Bereich:

  • Den kreativen Bereich werden Sie innerhalb des Tagesablaufes, sowohl im Freispiel, als auch in unseren gezielten Angeboten wiederfinden. Vor allem in diesem Bildungsbereich haben die Kinder die Möglichkeit zum Gestalten und Experimentieren. Sie entdecken unterschiedliche Materialien und sammeln dadurch Erfahrungen. Gerade beim Umgang mit Materialien wie Knete, Salzteig, Kleister, Farbe, Wasser, Sand, Papier usw. werden die Sinne auf vielfältige Weise angeregt. Die Gestaltung, gerade im kreativen Bereich, sollte ganz der Phantasie des Kindes überlassen werden.

 

Sprachlicher Bereich:

  • Morgendliche Begrüßung und Abschiedsritual (individuelle
                Zuwendung: ruhig / liebevoll ansprechen, auf den Arm nehmen, streicheln, …), Körperkontakt, Geborgenheit
  • Wiederholung gleichbleibender Formulierungen
  • Wortbedeutungen erklären
  • Bilderbuchbetrachtungen
  • Geschichten erzählen
  • Fingerspiele
  • Reime

Musischer Bereich:

Im musischen Bereich wird das Kind auf unterschiedliche Weise angesprochen. Musik ruft zum einen Stimmungen und Empfindungen hervor und zum andern entspannt und beruhigt sie. Gerade durch
verschiedene musikalische Tätigkeiten werden das Gehör, die Stimme, die     
Atmungsorgane, der Bewegungsapparat und vieles mehr gefordert und gefördert.

Wir unterteilen in drei Unterbereiche:

  • Bewegen nach Musik, Tanzen:

    • Lieder

      • „Ringel Ringel Reihe

      • „Zeigt her eure Füßchen“

    • Reiterspiele

      • „Ri ra rutsch“

      • „Hoppe hoppe Reiter“

    • Singen und klatschen

    • Bewegungen mit dem ganzen Körper

      • gehen

      • stampfen

      • hüpfen

      • mit den Armen bewegen

    • Bewegungen auf Instrumente übertragen

    • Lieder erklingen:

      • „Alle meine Entchen“

      • „Kuckuck, Kuckuck rufts aus dem Wald“

      • „Liebe, liebe Sonne“

    • Zuhören:

      • Geräusche nachahmen

      • Richtungshören

      • Hörspiele

      • musikalische Ratespiele

         

Motorischer Bereich:

    • Greifen und festhalten

    • Fangen und werfen

    • Robben, krabbeln, kriechen

    • Gehen und balancieren

    • Steigen

    • Ziehen und schieben

    • Klettern, hangeln und schwingen

    • Laufen

    • Springen, hüpfen

    • Rollen 

 

Sensorische (sinnliche) Erfahrungen:

  • Die Erzieherin unterstützt beim Umgang mit verschiedenartigen Materialien, um Erfahrungen zu sammeln

    • Bausteine

    • Papier reißen und knüllen

    • formen mit Ton

    • kneten mit der Knetmasse

  • Ein strukturiertes Abbild  der Umwelt entsteht

    • Zusammenhänge und Unterschiede beobachten

    • Das päd. Personal begleitet sprachlich

  • Aufmerksamkeit und Konzentration entwickeln sich

    • Interessante Objekte, Geräusche, Farben und Bewegungen fesseln die Aufmerksamkeit des Kindes

  • Sortieren, ordnen, vergleichen im Alltag

    • Beim Spielen im Sand: runde und eckige Kuchen

    • Beim Essen: das ist süß, das ist sauer

    • Beim Ankleiden: diese Hose ist blau, ebenso wie dieser Schuh

    • Beim Waschen: vorher waren die Hände schmutzig, jetzt sind sie sauber

    • Beim Musikhören / singen: laut leise, schnell langsam

    • Beim Aufräumen: die großen Tiere gehören ins Regal, die kleinen in die Schublade

                   -     Lernprozess durch Wiederholungen

       

Kompetenzen:

  • Die Basiskompetenzen eines U3- Kindes - Personale Kompetenz - Soziale Kompetenz - Lernmethodische Kompetenz - Umgang mit Veränderung und Belastungen (Resilienz) sind angelehnt an die der Regelkinder. Selbstverständlich werden diese altersentsprechend gesehen bzw. umgesetzt (siehe Seite 16/17).

     

Entwicklungsstand des Kindes

In regelmäßigen Abständen dokumentieren wir den Entwicklungsstand der Kinder.

Dazu verwenden wir die Beobachtungsbögen des Staatsinstitutes für Frühpädagogik liseb 1 und 2 (Literacy- und Sprachentwicklung) sowie die Entwicklungsbeobachtung vom Cornelsen Verlag (Ulrike Petermann, Franz Petermann, Ute Koglin)

 

Strukturen im Tagesablauf:

Für ein Kind gibt ein strukturierter Tagesablauf Sicherheit und Geborgenheit. Auch nach der Eingewöhnungsphase regeln Strukturen unseren Alltag und geben den Kindern Halt.

 

Übergang in die Regelgruppe:

Unsere räumlichen Gegebenheiten erleichtern uns den Besuch in der Regelgruppe. Auch die größeren Kinder spielen immer wieder gerne mit unseren Kleineren. Wichtig ist uns hier die gegenseitige Achtsamkeit sowie bei den Älteren aus der U3-Gruppe die langsame Eingewöhnung sowie der Übergang in die Regelgruppe.